Das Handelsblatt lobt den Ausgabeanreiz des Rheingolds

Erstaunlich, Wirtschaftswissenschaftler können ihren Erkenntniskonsens schnell ändern, wenn sich das politische Umfeld entsprechend ändert. Lustig.

handelsblatt

Nun sind Minuszinsen plötzlich gut. Zitat:
„Die Idee ist nicht neu. Sie geht zurück bis auf den deutschen Finanztheoretiker Silvio Gesell (1862-1930), der als erster eine Steuer auf die Geldhaltung forderte. Denn nichts anderes wären negative Leitzinsen: Da sich das Geld auf dem Konto selbst entwertete, hätte der am meisten von seinem Vermögen, der es möglichst sofort wieder ausgibt. Ein negativer Leitzins würde also so etwas wie eine künstliche Inflation hervorrufen. Sogar Ökonomen-Übervater John Maynard Keynes zitierte Gesell zustimmend.“

Dennoch, auch bei diesem Wirtschaftsfachjournalisten bleibt das Geld unverstanden. Das herrschende Geld sind immer nur Schulden anderer Leute, keine Vermögen. Erst durch das Ausgeben von Geld wird Vermögen geschaffen, Schulen und Krankenhäuser zum Beispiel, Saatgut gezogen und Häuser gebaut. Gesell wollte mitnichten Geld „entwerten“, wußte er doch, daß Geld keinen Wert hat, also gar nicht „entwertet“ werden kann. Der von ihm vorgeschlagene Ausgabeanreiz hat den alleinigen Zweck, die Kaufkraft des Geldes stabil zu halten.

Schön, daß die Finanzfachjournalisten nun immerhin ab und an einmal das positiv diskutieren, was integraler Bestandteil unseres Rheingolds von Anbeginn ist. 🙂 Vielleicht wird auch das Handelsblatt eines Tages verstehen, was Geld eigentlich ist und wie man es so konstruiert, daß uns weitere Griechenlands (denen seit Jahren verheerende „Spar-Rezepte“ anempfohlen werden) erspart bleiben.

Hier geht es zum kompletten Artikel: Handelsblatt – Anreiz zum Ausgeben

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2 Antworten zu Das Handelsblatt lobt den Ausgabeanreiz des Rheingolds

  1. Kapp schreibt:

    http://www.abendblatt.de/wirtschaft/article128893318/Das-ist-das-Ende-des-Kapitalismus.html

    Große Trauer bei diesem Autor, oh nein, die Wertaufbewahrungsfunktion geht verloren. Auch sonst über den Zins die üblichen Schräg-Gedanken… 🙂
    Immerhin kommt er auf die Umlaufsicherung des Bargeldes zu sprechen, das hätte ich noch nicht für möglich gehalten. Vielleicht wird er ein guter Rheingolder!

  2. Kapp schreibt:

    Ich wollte meinen launigen Kommentar gerne noch ergänzen mit dem Hinweis auf zwei Seiten, die sich gut zum Weiterlesen eignen:
    http://www.neuesgeld.net
    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2012/07/der-zins-mythos-und-wahrheit.html

    Wer noch nicht versteht, dass alles „Geld“ seinen Gegenpart in einer „Schuld“ hat (also jedes Guthaben im Grunde einen Kredit darstellt) und dass der Zinsberag nicht mit dem ersten Kredit entsteht, sondern letztlich die Forderung nach einem Folgekredit ist, darf sich „Professor“ nennen und dem (Schneeball-)System dienen. Wie blind muss man sein, um die Folgen des Zinses als „Fortschritt“ zu interpretieren und die sozialen und ökologischen Probleme auszublenden?

    Wie werden wir handeln? Mit Rheingold!
    So handeln wir!

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