Rheingold und Visa

Worin besteht eigentlich der Unterschied, ob man Rheingold oder Visa verwendet?

Der eine ist der Schöpfungsprozeß beider Gelder.

Wer Visa verwendet, schöpft Visa-Geld, denominiert in hier Euro, bis zur nächsten Abrechnung, wenn dann durch Tilgung das Visa-Geld wieder im Nichts verschwindet.
Selbstverständlich ist das gebührenpflichtig, sicherlich für den Akzeptanten, oft auch für den Zahlenden. Neben der Umsatzprovision, einem Disagio fürs Nichtverzögern der Zahlung, Gebühren für die elektronische Übertragung kommen für den Akzeptanten noch Leasingkosten für den elektronischen Gerätepark dazu.
Der Zahlende zahlt oft eine Jahresgebühr und im Falle einer Überziehung Zinsen hart an der Grenze des gesetzlich verbotenen Wuchers. Nebenbei wird das individuelle Kaufverhalten analysiert und gewinnträchtig der Werbebranche verkauft.

Rheingold hingegen kommt nicht durch einen Verschuldungsprozeß in die Welt, die Verwendung von Rheingold kostet weder Gebühren noch Zinsen, die Privatsphäre des Einzelnen wird geschützt. Es ist ein Zahlungsmittel, das dem Menschen dient.

Hier in seinem neuesten Werbespot beschreibt Visa die von Visa gewünschte Welt, in der wir dem System dienen. Die „glücklichen“ Protagonisten der neuen „Wave and Go“-Technik bewegen sich hirnlos eingetaktet wie Roboter am Fließband in synchronisierten Bewegungen, um den reibungslosen Ablauf des Schaffens von Kapitalrendite durch beständigen Konsum zu gewährleisten. Sie entindividualisieren sich ähnlich der düsteren Prophezeiungen Fritz Langs in seinem Meisterwerk „Metropolis“.

Interessanterweise war Langs Kinofilm noch als Warnung gedacht und die Roboterisierung des Menschen in düsteren Farben geschildert. Visa sieht das anders: Die endgültige Vermassung des Einzelnen wird positiv gedeutet und als erstrebenswert beworben. Unterstützt wird die Visa-Botschaft auch durch die sublime Farbauswahl: So wird in diesem Spot der Mensch in fast einheitlichen, fast grauen Farben dargestellt, die über Visa zu erstrebenden Konsumgüter in herrlich bunten Farben. Kein spannender Film ohne Darstellung eines „Schurken“. Hier spielt ein Mensch, und zwar der, der sich in diesem Spot der Gleichschaltung verweigert, den Schurken: er ist der auszugrenzende Störenfried.

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Eine Antwort zu Rheingold und Visa

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