Was ist eigentlich Geld?

(von Hans Eisenkolb)

Das ist eine dumme Frage, nicht wahr? Jedermann weiß das doch.

Oder etwa nicht?

Geld ist die Gesamtheit vieler Münzen und Scheine, aber was sind die? Was bestimmt ihren Wert? Jedermann hat täglich damit zu tun, aber weiß er das? Er hat vielleicht einmal vom Gesetz von Angebot und Nachfrage gehört, aber das stimmt doch hinten und vorne nicht, wenn es auf Geld angewendet wird.

Und warum stimmt es nicht?

Weil weder die Geldmenge noch deren Umlaufgeschwindigkeit definiert sind und daß nur die Geldmenge auf dem Markt preisbestimmend ist, wird auch unterschlagen. Darum stimmt es nicht – und nicht weil vielleicht die Zusammenhänge nicht stimmen. Die stimmen nämlich schon:

1. Viel Geld und das Geld wird weniger wert.
2. Wenig Geld und es wird mehr wert.
3. Und Geld für das man keine Waren kaufen kann, ist wertlos.

Geld muß also ein Warengutschein sein, um etwas wert zu sein.

Von hier aus und von dieser Grundlage aus können wir erst näher ins Detail gehen. Also, diese Warengutscheine, die auf dem Markt kreisen und ihr Verhältnis zum Warenangebot, bestimmen die Warenpreise. Die Gesamtheit dieser Preise bestimmt den Wert der Gutscheine. Er wird normalerweise an den Preisen eines repräsentativen Warenkorbes gemessen.

Nun haben wir also einen Warenstrom auf der einen Seite und zirkulierende Warengutscheine auf der anderen und wenn wir stabile Warenpreise haben wollen, müssen wir die Nachfrage in Form der Gutscheine entsprechend steuern. Stabile Warenpreise heißt aber nicht, daß sich einzelne Preise nicht verändern dürfen, nur das Preisniveau soll stabil bleiben.

Um das Warenangebot brauchen wir uns dabei nicht kümmern. Solange die Menschen Bedürfnisse haben und es ein Tauschmittel auf dem Markt gibt, werden Waren produziert.

Nur mit dem Tauschmittel haben wir das Problem, daß sich seine Menge und seine Umlaufgeschwindigkeit auf dem Markt dauernd verändert und damit die Warenpreise verändert. Was also tun?

Nun, als erstes müssen die Herausgeber der Gutscheine ihren bleibenden Wert garantieren und das können sie nur, wenn die Herausgeber der Gutscheine Waren und Leistungen dafür haben. Notenbanken haben die nicht und können daher den Wert ihres Geldes nicht garantieren. Es sind nur die Waren, welche den Gutscheinen ihren Wert geben.

Nun brauchen wir nur mehr dafür zu sorgen, daß die Gutscheine auf dem Markt bleiben und das kann durch eine kleine Gebühr, wie das Standgeld bei Eisenbahnwagons gemacht werden. Die Höhe dieser Gebühr soll dabei etwa 3 bis 5% im Jahr betragen, weil das dem durchschnittlichen Wertverlust von Waren entspricht und wir wollen ja, daß Waren und Geld gleichgestellt werden und nicht das Geld durch eine höhere Gebühr schlechter machen.

Da Geld während eines Jahres ja öfter zirkuliert und nur einmal (bei manchen Experimenten öfter, aber dann in Teilmengen) die Gebühr erhoben wird, sind die Kosten für einen einzelnen Verkauf minimal und vernachlässigungswert.

Da ist alles und wird auch in Experimenten schon praktisch erprobt.

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Eine Antwort zu Was ist eigentlich Geld?

  1. Dr. Henning Witte schreibt:

    Der grösste Teil des Geldes besteht nicht aus Münzen und Scheinen, sondern Computergeld, das die Banken aus dem Nichts erschaffen.
    Geld nur auf Waren zu beziehen ist eine listig aufgebaute Falle. Geld muss auf die Arbeit bezogen werden. In jeder geldwerten Ware steckt Arbeit. Lies dazu die Reformvorschläge der Weissen Wirtschaftsschule von Dr. Henning Witte: http://www.whitetv.se/sv/white-school-of-economics.html?start=5

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