Geldbedingte Krisen

(von Hans Eisenkolb)

Fast alle Krisen sind geldbedingt, weil es seit der Erfindung des Geldes nie ein kaufkraftbeständiges Tauschmittel gab und weder Geldmenge noch deren Umlaufgeschwindigkeit unter Kontrolle gehalten werden konnte. Die Politiker und die Wirtschaftswissenschaft bekämpften noch immer die Inflation mit untauglichen Mitteln und wenn es schon eine Deflation gab und wenn es notwendig gewesen wäre diese zu bekämpfen wagten sie es nicht die entsprechenden währungspolitischen Maßnahmen zu ergreifen aus Angst, daß die Inflation wiederkommen würde.

Niemand scheint zu erkennen, daß es zwei verschiedene Krisen gibt, die zwar dieselbe Ursache haben, nämlich die Veränderung der Geldmenge und ihrer Umlaufgeschwindigkeit auf dem Markt im Verhältnis zur angebotenen Warenmenge, daß aber diese Veränderung in zwei verschiedene Richtungen geht.

Bei Inflation wird das Geld auf dem Markt vermehrt und gleichzeitig steigt auch seine Umlaufgeschwindigkeit und wenn die Inflation eine gewisse Höhe erreicht, werden die Waren gehortet und verschwinden vom Markt. Ohne wertgebende Waren wird das Geld wertlos.

Bei Deflation ist es gerade umgekehrt. Da verschwindet das Geld wegen mangelnder Rendite vom Markt. Die Waren kommen unter Preisdruck und müssen billiger verkauft werden. Das verbleibende Geld kann mehr Waren als vorher kaufen, wird also wertvoller und immer mehr Leute halten es zurück um später mehr Waren dafür zu bekommen. Nun wird das Geld gehortet und verschwindet vom Markt.

Der Grund für beide Arten der Krise ist der schwankende Geldwert und beide Arten sind selbstverstärkend bis zum Krach.

Eine Deflation endet immer in einem Krieg und eine Inflation in einer Währungsreform. Es gibt aber einen Weg, die Deflation zu verhindern und damit kann man auch den Krieg verhindern und die zu seiner Finanzierung notwendige Geldvermehrung, die nach dem Krieg dann die Inflationsursache ist.

Ob dieser Weg diesmal rechtzeitig gegangen wird, ist noch unbestimmt, denn es gibt nur zögernde Ansätze dafür regionale kaufkraftbeständige Tauschmittel in Umlauf zu bringen. Gelingt es aber auch nur ein beispielgebendes Tauschmittel in Umlauf zu bringen, wird es im Zeitalter des Internets nicht mehr untersagt werden können.

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