Die Zeit und das Rheingold

Wolfgang Uchatius, Preisträger des Helmut-Schmidt-Journalisten Preises, des Deutschen Reporterpreises, des Medienpreises Entwicklungspolitik und vieler weiterer Preise schreibt in der aktuellen Zeit (Nr. 52/2010) über das Rheingold Prinzip:

Zitat:
Das Wunder von Wörgl:
Es ist eine Geschichte über die ebenso gefährliche wie heilsame Kraft des Geldes. Ausgerechnet heute, in einer Zeit neuer Finanzkrisen und Spekulationsblasen, kennt sie fast niemand mehr.

Unter dem Eindruck der verheerenden weltweiten Wirtschaftskrise in den 30er Jahren, die uns bevorsteht, stellte der Wörgler Protagonist des Rheingold Prinzips die richtigen Fragen.

Zitat:
Der Regierung in Wien fällt als Mittel gegen die Krise nur eines ein: sparen. Die Löhne kürzen, die Staatsausgaben senken, das Personal abbauen. Irgendwann geht es dann allen wieder besser, so das Kalkül. Unterguggenberger wird dazu schreiben: »Das Sinnvolle dieser Maßnahmen liegt auf der Hand und sieht etwa so aus: Ich schränke mich ein und gehe barfuß (hilft das dem Schuster?). Ich schränke mich ein und reise nicht (hilft das der Bundesbahn?). Ich schränke mich ein und esse keine Butter (hilft das dem Bauern?).«

Nein, es hilft nicht, glaubt Unterguggenberger. Ohne Geld gehe niemand einkaufen.

So schuf der Herr Unterguggenberger ein Wörgler Rheingold und schaffte es, daß sich entgegen der wirtschaftlichen Entwicklung der Wohlstand hebte und die Einkommenslosigkeit sank.

Zitat:
Der Zweite Weltkrieg löschte viele Erinnerungen an das Wunder von Wörgl … . Und doch ist sie nach wie vor lebendig. Unbemerkt von der großen Wirtschaftswelt, gibt es heute im deutschsprachigen Raum Dutzende regional gültiger Schwundwährungen. Sie heißen Urstromtaler, Chiemgauer oder Rheingold. Manche sind eine Spielerei, andere eine ernsthafte Zweitwährung, immer aber hatten ihre Initiatoren denselben Gedanken: Das Geld soll nicht herumliegen, es soll zirkulieren, vom Zimmermann zum Metzger, vom Metzger zum Bauern, auf dass es allen besser gehe, wie einst in Wörgl.

Der gesamte Artikel in der Print-Ausgabe der Zeit

PS: Eine Anmerkung dazu: Beim Euro wie beim US-Dollar usw. handelt es sich um Schwundwährungen, da deren Kaufkraft jährlich drastisch schwindet. Eine D-Mark von 1950 hatte bei Ihrer Abschaffung 2002 nur noch 5 Pfennig Kaufkraft. Rheingold hingegen bleibt kaufkraftstabil, weil wir leistenden Rheingolder dessen Kaufkraft mit unseren Waren und Dienstleistungen garantieren.

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