Restaurant op-de-Eck und das Rheingold

Das Restaurant op-de-Eck in Düsseldorf ist ein Künstlerlokal direkt neben der Kunstakademie Düsseldorf. Geleitet wurde das Lokal von der Künstlerin Erinna König, einer Schülerin von Joseph Beuys.

So hatte sich das Restaurant op-de-Eck mit dem Rheingold identifiziert. Zitat aus der Speisekarte:

Rheingold – die etwas andere Währung

Was ist das?

Rheingold ist ein zirkulierender Gutschein mit der intellektuellen Hingabe zur Kunst. Rheingold ist quasi selbst ein Kunstprojekt, wo jeder – ob als Werbender oder Spender – Teil des Kunstprojekts ist. Rheingold hat auch eine soziale Komponente, indem er einen Kreis von Individuen zu einer sozialen Gruppe zusammenführt und verbindet.
Rheingold zu besitzen und damit umgehen zu wollen, ist ein Bekenntnis zur Kunst und Kultur. Rheingold wird aber erst zu einem lebenden Kunstprojekt, wenn es zirkuliert. Ja, es muß zirkulieren, damit jeder daran partizipieren und sich an dem Projekt erfreuen kann.

Um auf den Punkt zu kommen. Es ist zweierlei:
Als erstes ein privates Tauschmittel, mit dem die „Rheingolder“ untereinander Kunst, Dienstleistungen und Waren tauschen.
Zweitens ein Kunstprojekt mit dem Ziel, zum Kauf von Kunst zu motivieren und so die Künstler zu fördern. Bis jetzt sind über 100 Künstler und insgesamt über 1.000 Teilnehmer Rheingolder.

Wie kann ich mitmachen?

Man meldet sich unter http://www.rheingoldregio.de an oder spricht direkt mit den Machen wie dem Kurator Jost Reinert, Stefan Reintjes oder Dr. Paul Breuer, um nur einige Aktive zu nennen.

Was geschieht dann?

Jeder neue Rheingolder erhält „Gold“ als Begrüßungsgeschenk. Damit kann er bei allen anderen Kunst, Dienstleistungen und Waren erwerben. Resultat, wir fördern untereinander unsere Umsätze mit „Gold“. Rheingold ist, mit dem Segen der Bundesbank und der Finanzbehörden, die neue Kunst zu zahlen.

Wie und wo kann man mit Rheingold zahlen?

Natürlich im op-de-Eck, aber auch bei anderen, vom Gemüsehändler bis zum Zahnarzt und vielen Künstlern, die genaue Liste der Teilnehmer finden Sie auf der homepage http://www.rheingoldregio.de

Dann folgten die Speisen und Getränke (Auszug)

Gegrillte Gambas mit Chorizo und Lauch 33 Rheingold
Matjes mit roter Zwiebelmarmelade 18 Rheingold
Gratinierter Ziegenkäse mit Thymianhonig 25 Rheingold
Rheingoldteller (2 Dips, Oliven und Brot) 10 Rheingold
Bisongras-Wodka mit frischgepreßtem Apfelsaft 15 Rheingold

So haben wir Rheingolder dort natürlich gefeiert (hier der Bericht bitte hier klicken), mit freundlicher Unterstützung der Außenwerbefirma Ströer

Leider wechselte dort die Geschäftsführung. Die neue Geschäftsführung heißt uns über 1.000 Rheingolder nicht mehr willkommen, weil sie leistungsgedeckte Tauschmittel ablehnt. Das ist aber nicht schlimm, 200 Meter weiter ist die Brauerei Kürzer und die hat auch schon einen eigenen Rheingold Schein bespielt:

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3 Antworten zu Restaurant op-de-Eck und das Rheingold

  1. Dr. Aghasadeh schreibt:

    Alternative Währungen sind ja eine nette Idee, aber wo ist der Unterschied zum Bezahlen mit dem Euro?

  2. Kapp schreibt:

    Hallo lieber Kollege,
    eigentilch gibt es keinen Unterschied: Geldschein über die Theke reichen, dann die Waren in Empfang nehmen…

    Der Unterschied liegt in der Entstehung des Geldes und seinem Vergehen und dem, was dazwischen passiert!

    Beim Euro handelt es sich um ein Entstehen in einer Schuldbeziehung, jede Geldmenge ist in Wahrheit eine Kreditmenge, die zudem eine Zinsforderung trägt, bis der Kredit getilgt wurde und damit auch die Geldmenge wieder weg ist.
    Das hat einige häßliche Konsequenzen, die leider noch nicht bekannt genug sind, weil wir immer noch den Kapitalismus als „alternativlos“ ansehen: Umverteilung von fleißig auf reich, mehr und mehr Kontrollverlust in der Politik, Verschuldung / Insolvenz / Sachgüter werden umverteilt, Herrschaft der ökonomischen Zwänge, letztlich Krieg, wenn die Rentabilitätshürden zu hoch werden und das System in den Reset läuft. Ein Zinseszinssystem ist quasi eine positive Rückkopplung, die immer in einen Crash läuft wenn sie irgendwann nicht mehr steuerbar ist.

    Sie können eine Menge lernen, wenn Sie sich hier ein wenig auf den Seiten und den anderen Links umsehen…

    Rheingold ist das Gegenteil: Gutschein, statt Schuldschein.
    Deswegen auch kein Zins, stattdessen im Sinne der „Freiwirtschaft“ die „Umlaufsicherung“ (ist hier aber noch nicht aktiv, weil noch nicht zielführend). Wegen der Umlaufsicherung wird ein Zins unnötig, damit auch die Inflation, deswegen stabile Kaufkraft (=Preise) und auch wegen der nicht erforderlichen Tilgung keine Knappheit und letztlich keine Renditehürden.

    Wenn das jetzt zu knapp war, würde ich mich nicht wundern… Mit Geduld am Thema bleiben – lohnt sich!

    Beste Grüße
    Dr. med. Kapp

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