Offenbarungseid der Volkswirte in Atlanta: Der Verein Global Change bietet Weiterbildung zu realitätsnahen Grundlagen der Marktwirtschaft an

Wie das Handelsblatt berichtete (1), muss es auf der weltweit wichtigsten Tagung für Volkswirte in Atlanta in der vorigen Woche wohl zu sensationellen Einsichten gekommen sein:

„Viele beschäftigen sich nicht mit der Welt, in der wir leben, sondern mit der Welt, in der sie gerne leben würden“, klagte Harvard-Professor Benjamin Friedman. Das habe zahlreiche Modelle hervorgebracht, die „einfach, elegant und falsch sind“. Modelle, die die Bedeutung von Banken und Krediten befriedigend erfassen, gebe es bislang nicht. „Das kann aber kein Argument dafür sein, dass wir unseren Studenten nur die alten, überholten Modelle beibringen“

Ähnlich formulierte es der Yale-Professor Robert Shiller, der als einer der ganz wenigen Volkswirte frühzeitig vor der Krise warnte:
„Viele Vertreter unserer Profession machen sich nicht die Mühe, auf dem Laufenden zu bleiben.“ Die moderne Makroökonomie müsse sich inhaltlich wie methodisch komplett neu erfinden – und deutlich näher an die Realität heranrücken.

„Genau dies ist das Problem der Volkswirte“ so Jörg Buschbeck, Vereinsvorstand des Global Change 2009 e.V., “schon die einfachsten Grundüberlegungen, auf welchen die ökonomischen Modelle aufbauen, entsprechen nicht der Realität. Schön, dass die ersten Wirtschaftswissenschaftler das jetzt öffentlich zugeben. Die meisten Ökonomen haben nicht einmal eine klare Vorstellung davon, was Geld ist und wie das Finanzsystem funktioniert. Grundlegende Marktstörungen, beispielsweise im wichtigen Geldmarkt, können so gar nicht erkannt werden.“ „Das ist folgenschwer, da die selben Ökonomen die Politik beraten. Fehlerhafte Modelle bedrohen so unmittelbar unseren Wohlstand und letztlich den Frieden.

Diese Problematik war einer der Hauptgründe für die Initiative „Global Change“. Wir erarbeiten deshalb Weiterbildungskurse (2) für Wirtschaftsfachleute, Politiker und Multiplikatoren vor, die wir ab Mai dieses Jahres anbieten“, so der Initiator Jörg Buschbeck. Der Inhaber von drei Firmen, der auch Vorstandschef einer Genossenschaft ist, gründete den Verein „Global Change“ Anfang 2009 nach eigenen ökonomischen Studien auch, um „die Wissenschaft aus dem intellektuellen Elfenbeinturm auf den Boden der Realität zu holen“.

(1)
Handelsblatt-Artikel

(2)
unser Schulungsangebot

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