Neues bei „Mr. Dax“ Dirk Müller

Zurück nach Kapingamarangi … oder von der „Unmöglichkeit“ des Zinses (Helmut Reinhardt)

05.02.2010 15:10

(c) Endrille – fotolia.com

AUSZÜGE:

[…]

Vielleicht haben Sie ja schon das ein oder andere Gleichnis von der „Unmöglichkeit“ des Zinses gehört. Den meisten fällt dazu sicher die Geschichte vom Josephspfennig ein, der sich im Laufe von 2000 Jahren zu Milliarden Erdkugeln aus Gold verzinst. Nun gut, ich halte dieses Beispiel durchaus für geeignet, um die exponentielle Dynamik von Zins und Zinseszins zu erklären, doch kann man mit diesem Gedankenspiel keineswegs die „Unmöglichkeit“ des Zinses und den langfristig, unweigerlichen Zusammenbruch unseres derzeitigen Geldsystems begründen.

[…]

Kommen wir nun zu einem recht populären Inselbeispiel, das sehr beliebt ist und immer wieder gerne herangezogen wird, um die „Unmöglichkeit“ des Zinses aufzuzeigen.

Auf der Insel Kapingamarangi leben 10 Menschen, die untereinander Tauschhandel betreiben.

[…]

Auch kommt es des Öfteren vor, dass der Schuster keinen Bedarf an Dingen hat, die ihm für ein paar neue, handgefertigte Lederschuhe angeboten werden. Es fehlt an einem Tauschmittel, das den Handel der Inselbewohner erleichtert.

[…]

Eines Tages kommt nun ein Besucher – ein feiner Herr im edelstem Zwirn – auf die Insel, der die Lösung dieser Probleme verspricht. Er hat Geld dabei. Es handelt sich um bunt bedruckte Zettel, die aus Baumwolle gefertigt und kaum zu fälschen sind, da er alle eigenhändig mit blauer Tinte unterschrieben und mit dem Schriftzug „In god we trust“ versehen hat. Die Währung wird Bahai genannt, denn die Kapingamarangis sind sehr religiös und betrachten den fremden Mann als jemanden, der Gottes Werk verrichtet.

[…]

Ich denke, dass bei dieser Variante ein grundsätzlicher Denkfehler vorherrscht. Zum einen hat der „Verrichter von Gottes Werk“ gar kein Interesse daran, am Ende des Jahres 1100 Scheine seines selbst hergestellten Geldes zurück zu erhalten, da er weiss, dass es sich hierbei nur um billige, bedruckte Baumwolle handelt, die an sich gar keinen Wert hat. Zum anderen kann es für ihn gar nicht von Interesse sein, irgendjemanden in die Pleite zu treiben und zu ruinieren. Gottes Werk wird ganz anders verrichtet.

[…]

Resümee: Unser Geldsystem könnte funktionieren, wenn sicher gestellt ist, dass Geld nicht übermäßig gehortet wird und dass eingenommene Zinsen auch wieder in die Wirtschaft zurückfließen. Es kommt also primär nicht darauf an, Zinsen abschaffen zu wollen, sondern darauf, sicher zu stellen, wie die Zinseinnahmen verwendet werden.

weiter hier: http://www.cashkurs.com

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2 Antworten zu Neues bei „Mr. Dax“ Dirk Müller

  1. Joerg Buschbeck schreibt:

    Richtig – der „fehlende Zins“ ist ein Märchen. Wir haben dagegen ein Zwangsverschuldungsproblem in Höhe von über 20% des BIP.

    Wir brauchen Neuschuldner in Höhe von:

    1. der Kredittilgung! der Altkredite
    2. der monetären Sparquote
    3. der übermäßigen „Kredit-Nachfrage“ um aus dem (wegen des ständigen Produktivitätswachstums) eigentlich „naturdeflationären“ System ein inflationäres System zu machen.

    Ein Gleichgewichtszins der den Schuldenwachstumszwang auf Null regelt – läge langfristig ungefähr in Höhe des Produktivitätswachstumsausgleichs – also bei minus 2%.

    Minus 2% Spar-Zinsen und 2% Deflationsrate = wertstabiles Geld und unendlich viele rentable Investitionsmöglichkeiten.

    Grüße Jörg Buschbeck

  2. marvin schreibt:

    Momentan läuft eine Bundestagspetition zu unserem bekloppten Geldsystem:

    Text der Petition
    „Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass das Finanzsystem so zu verändern ist, dass nicht mehr die Banken das Geld durch Kredite schöpfen, bei einer Kapitaldeckung von gerade einmal 8%, sondern der Staat das Geld selbst schöpft und in angemessenem Umfang im öffentlichen Interesse in Umlauf bringt, bzw. ausgibt.“

    https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2009/_12/_16/Petition_8867.html

    Zeichnungsfrist ist der 11.3.2010

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