Wie leicht man eine Währung vernichtet

Alles alte Geld kommt immer nur als Schuld in die Welt. Geldscheine sind dann folglich umlauffähig gemachte Schuldscheine. Da die Schuld auch noch zinspflichtig ist, sich der Zins zinseszinstechnisch bei den Vermögenden ansammelt, ist der Exitus einer Währung absehbar.

Wie am Beispiel Islands zu sehen ist, kann man diesen Prozeß von außen her beschleunigen. Und das geht so:

Zitat aus der Wochenzeitung Zeit-Fragen:
„So aber zeichnete sich das tragische Ende am 31. Januar 2008 ab, als auf Einladung der US-Banken Merrill Lynch und Bear Stearns eine schillernde Gruppe von Hedgefonds-Managern im Hotel 101 in Reykjavik abstieg. Die Unterhaltung wurde zunehmend höhnischer, erinnert sich Jónsson, die Manager prahlten mit ihren Leerverkäufen und zogen weiter in eine Bar, wo der Wein in Strömen floss, bis der erste von ihnen umkippte.“

Was feierten denn die Herrschaften?

Zitat:
„Die erste Attacke starteten die Hedgefonds im Winter 2005/2006, als die Isländische Krone zum Liebling der Carry Traders anvanciert war, als die Zentralbank der rasanten Geldschöpfung nahezu tatenlos zusah, als Wirtschaft und Börse bereits gefährlich überhitzt waren. Jónsson schildert in seinem Buch sehr anschaulich, wie die Hedgefonds im Rudel jagten, wie der Angriff innerhalb eines informellen Clubs von 50 solcher Fonds (Mitgliedsbeitrag ab 50 000 Dollar aufwärts) ausgetüftelt wurde, wie die Krone und die Bankaktien leerverkauft und wie gleichzeitig mit dem Einsatz von Credit Default Swaps, d.h. Kreditausfallversicherungen, die Baisse geschürt wurde. Ein «Triple Play», bei dem sich der Effekt der drei verschiedenen Instrumente gegenseitig verstärkte.“

Was bedeutet das für die Bevölkerung?

Zitat:
„Die Regierung in Reykjavik bedient ihre Schulden nach wie vor, sie sind allerdings im Zuge der Krise explosiv gestiegen und werden aus jetziger Sicht bis 2010 einen Höchststand von 140% des BIP erreichen. Davon entfällt schätzungsweise jeweils die Hälfte auf Isländische Kronen und auf Devisen. Auf Drängen Londons versucht die EU mit brutalem Druck, die isländische Regierung und damit ihre Steuerzahler für die Schulden der Banken in einem Ausmass haftbar zu machen, das kein anderer souveräner Staat akzeptieren würde. Vergleiche mit dem Diktat von Versailles und seinen finanziellen Folgen sind nicht zu weit hergeholt. An den Isländern soll offenbar ein Exempel statuiert werden – eine ganze Generation würde finanziell versklavt.“

Der vollständige Artikel ist hier zu finden: bitte hier klicken

Rheingold im übrigen ist dergestalt konstruiert, daß eine solche Verfahrensweise nicht möglich ist.

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